Schulungsbericht: Wenn Katzen älter werden (22.04.2026)

Zusammengefasst von: Klaudia Maleska

Zwei Dinge legte Vanessa Steppuhn den Teilnehmern der Schulung „Wenn Katzen älter werden: Häufige Alterskrankheiten und Durchfall bei Senior-Katzen“ besonders ans Herz:

  1. Durchfall ist nie „bloß Durchfall“, sondern der Hinweis auf eine zugrunde liegende Erkrankung.
  2. Je früher man reagiert, desto besser die Chancen, vor allem für die ältere Katze.

Vor diesem Fazit am Ende der Schulung hatte unsere Referentin uns schon mitgenommen durch die Fülle ihres Wissens und so manchen Zusammenhang anschaulich erläutert. Wir erfuhren, wie der Körper unserer Samtpfoten sich im Alter verändert, welche Erkrankungen dann häufig auftreten, und waren überrascht, wie viele Faktoren sich auf den Darm auswirken. Arthrose z. B. schränkt zum einen die Bewegungsfreude und damit Darmbewegung ein, zum anderen nimmt die Katze eventuell durch schlechte (weil schmerzhafte) Haltung am Napf größere und hastigere Happen Futter auf, wodurch der Verdauungsprozess belastet wird. Ein Diabetes kann dazu führen, dass Clostridien und E-Coli-Bakterien sich schneller ansiedeln. „Einmal im Monat sollte man seine Katze wiegen und das Gewicht notieren“, so Vanessa Steppuhn, „bei Gesundheits- oder entsprechenden Verhaltensveränderungen häufiger.“

Ursachen von Durchfall

Die Fragen, wann man von Durchfall spricht, wann er akut oder chronisch ist und ob er vom Dünndarm oder Dickdarm herrührt, wurden ebenso erläutert wie etwaige Begleitsymptome. Typisch sind hier etwa Gewichtsverlust, Appetitveränderung, Erbrechen, Mattigkeit und vermehrtes Trinken. Als Ursachen kommen Futtermittelunverträglichkeit, chronische Darmerkrankungen (IBD), Tumore, Parasiten, bakterielle Infektionen, systemische Erkrankungen, Medikamente oder auch Stress in Frage. Wobei unsere Referentin dazu riet, Stress nur dann in Erwägung zu ziehen, wenn alles andere abgeklärt sei. Man könne es sich sonst zu einfach machen und Gravierendes übersehen.

Die Schulungsteilnehmer erhielten zudem Tipps, mit welchen Maßnahmen man seinem Tier helfen kann. Hier ging es um Flüssigkeitszufuhr, Schonkost, Portionsgrößen und -häufigkeit sowie auch um die Unterstützung der Darmflora.

Wie lange Abwarten – Woran Notfall erkennen?

Obwohl man zunächst bei Durchfall etwas Gelassenheit an den Tag legen kann und zwei bis drei Tage abwarten/beobachten sollte, ist es gut, direkt vom ersten Tag an Stuhlproben zu sammeln. Sollte es doch nicht vorübergehend gewesen sein oder sogar schlimmer werden, hat man die nötige Sammelprobe von mindestens drei Tagen für eine Untersuchung schon bereit. Ein Blick für den akuten Notfall ist unerlässlich: Wenn der Durchfall länger anhält, wässrig oder mit Blutbeimengungen abgesetzt wird, schneller starker Gewichtsverlust zu beobachten ist oder starke Schwäche, Dehydration oder Fieber sollte man mit dem Tierarztbesuch zügig antreten. Der Organismus einer älteren und ohnehin instabileren Katze verfügt oft nicht mehr über genug Ressourcen, sich dem entgegenzustellen.

Besonders interessant wurde es durch ein kleines „Quiz“. Anhand mehrerer Folien stellte unsere Expertin der Runde Fallbeispiele vor. Anhand von Symptomen, Verhalten und weiterer Angaben sollten die Teilnehmer einschätzen, um welche Erkrankung es sich handeln könnte. Die Antworten waren übrigens überwiegend zutreffend. Gelernt ist gelernt! Ergänzend wies Vanessa Steppuhn jeweils auf etwaige andere Differentialdiagnosen bei diesen Fällen hin.

Gewichtsverlust nicht unterschätzen

Der Triaditis, einer besonders belastenden, in der Diagnostik schwierigen und in der Behandlung langwierigen Erkrankung wurde noch ein Extraexkurs gewidmet, bevor es um gesundheitliche Prävention und abschließend um typische Fehler in der Situation ging. Zu letzteren gehört, Durchfall ohne gründliche Abklärung nur symptomatisch zu behandeln, und dass man die Gewichtsabnahme unterschätzt. Eine Katze, die etwas über 3 Kilo wiegt und in kurzer Zeit 500 g abnimmt, hat immerhin an die 15 Prozent ihres Gesamtgewichts verloren. „Zum Vergleich: Wenn ein 80 kg schwerer Mann in kurzer Zeit 15 Prozent seines Gewichts verlöre, würde er keine volle 70 kg mehr wiegen“, machte die Referentin deutlich.

Wir bedanken uns herzlich für das umfassende und verständlich vermittelte Informationspaket und auch dafür, dass es anschließend noch entspannt Zeit für all die Fragen gab.

Mehr Katzenwissen von Vanessa Steppuhn auf ihrer Homepage www.katzengesund.de.