Schulungsbericht: Erste Hilfe bei der (alten) Katze

Zusammengefasst von Klaudia Maleska

Weder unsere Referentin, die Tierärztin Dr. Katja Dobberstein, noch die Teilnehmer der Schulung „Erste Hilfe bei der Katze unter Berücksichtigung der Bedürfnisse alter Katzen“ ließen sich durch die große Hitze von unserer Veranstaltung abhalten. Dieser äußere Umstand trat bei der Fülle interessanter Informationen auch schnell in den Hintergrund. Aufmerksam verfolgten die Runde die Ausführungen, und es gab so manche Frage mit Austausch.

Ein Überblick zu Beginn

Ein Überblick zur Anatomie (wo genau sitzt das Herz?) diente der gezielten Umsetzung der später vorgestellten Rettungsmaßnahmen. Da Katzen Meister im Verbergen von Schmerzen sind, gab es auch für diesen Bereich wichtige Hinweise auf entsprechende Signale und auf eine hilfreiche Homepage: Feline Grimace Scale, die einen bei der Einschätzung unterstützt. Wesentlicher Rat am Rande: Selbst die sanfteste Katze kann unter Schmerzen aggressiv sein und beißen. Wer also z. B. akuten Unfallopfern helfen möchte, sollte auch an seine eigene Sicherheit denken.

Notfall und Erste Hilfe

Woran aber erkennt man überhaupt einen Notfall? Was macht man, wenn man seine Katze merkwürdig reglos liegen sieht? Dr. Katja Dobberstein zeigte uns einige grundsätzliche einfache Reaktionstests, aber auch wie man die Kreislaufsituation richtig einschätzt. Zudem lernten wir, wie man Wunden richtig versorgt, wie man die Herzfrequenz messen kann, wie man die Körpertemperatur richtig misst, sich über den Zustand der Atmung ein Bild macht und ab wie viel Blutverlust es wirklich gefährlich wird. Um all das zu vermitteln, hatte die Referentin uns bezüglich der Normalwerte kundig gemacht. Ein kleines Highlight bot die Anleitung, wie man eine Katze beatmet und Herzdruckmassage verabreicht, zumal diese Maßnahme durchaus gute Chancen auf Erfolg hat. Selbstverständlich muss man zuvor den Grund der Atemnot herausfinden und etwaige Fremdkörper beseitigen. Auch die Anleitung zu Einschätzung der Atemsituation wurde anhand einer prägnanten Grafik erläutert.

Vorbereitung rettet Leben

Die besten Erste-Hilfe-Maßnahmen nutzen wenig, wenn man sich keine Gedanken über die Anschlussversorgung gemacht hat. Ein wertvoller und dringender Tipp von Dr. Katja Dobberstein lautete: Vorbereitung. Eine Checkliste anlegen mit Telefonnummern (Tierarztpraxis und andere im Umfeld, Kliniken. Anfahrtswege checken). Weiß ich, wo ich die Information über den Notdienst habende Praxis bekomme, und habe ich mir das für den Schnellzugriff gespeichert? Etwaige Grunderkrankungen der Katze notieren und die Medikamente, die sie nimmt. Impfpass griffbereit haben.

Nachdem Tierärztin Dobberstein abschließend noch auf Notfälle einging, die vor allem ältere Katzen betreffen, waren die Teilnehmer rundum informiert und hatten für den Ernstfall gutes anwendbares Rüstzeug und mehr Sicherheit.

Wir sagen herzlichen Dank für diese praxisnahe Schulung und für so manche heitere oder beeindruckende Anekdote aus dem (Notfall-)Alltag einer Tierärztin.